JoizCablecom will dem Jugensender Joiz einen analogen Sendeplatz nicht kampflos überlassen. Wie das Bundesverwaltungsgericht gegenüber Mattschiibe.ch bestätigt, ist heute Montag eine Beschwerde gegen eine Aufschaltverfügung des Bundesamt für Kommunikation eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht muss in einem ersten Urteil entscheiden, ob der Rekurs aufschiebende Wirkung hat. Falls nicht, muss Cablecom den Kanal trotzdem umgehend aufschalten, bis voraussichtlich Mitte 2011 das definitive Urteil fällt.

Am 10. November hatte das Bundesamt für Kommunikation Bakom verfügt, dass Joiz in den Netzen der Cablecom analog und digital aufgeschaltet werden muss. Vor Joiz hatte bereits das Schweizer Sportfernsehen SSF eine gleiche Verfügung für die Netze der Cablecom erwirkt und unterdessen in einem zweiten Verfahren auch für die kleinen Kabelnetze.

Dabei ist die ganze Sache in mehrerer Hinsicht pikant. Denn eine solche Aufschaltverfügung wird laut Gesetz den Sendern erteilt, die wertvolle Beiträge an die Medienvielfalt leisten. Darunter würde heute wohl auch ein Nachrichtensender wie das eingestellte Tele 24 fallen – nicht aber ein Unterhaltungskanal wie 3 Plus. Und so erinnert das System ein bischen an das alte Konzessionsverfahren, bei dem der Bundesrat auch schon mal Gesuche abschmetterte, weil sie ihm zu seicht waren – wie etwa in den 90ern ein Projekt für einen Autokanal. Andererseits verlängert das Bakom damit die Lebensdauer des analogen Fernsehens: die Kabelnetze werden nämlich meistens verpflichtet, die Sender mindestens drei Jahre analog zu verbreiten – was wiederum die Kabler dazu nötigt, die analoge Technik noch bis mindestens 2014 weiterflimmern zu lassen. Dabei würde ein vollständiger Wechsel auf digitales Fernsehen den ganzen Kampf um Aufschaltungsverfügungen überflüssig machen. Denn da hat es genug Platz für alle. Und das wiederum ist der beste Garant für echte Medienvielfalt.