HDTVPikante Neuigkeiten: Cablecom und Swisscom schalten gleich reihenweise HDTV-Sender auf. Kunden der grossen TV-Provider geniessen dann glasklare Konzerte auf Classica HD, die allerneusten US-Serien auf FOX HD oder die Superbowl auf ESPN America HD. Soweit, so scharf. Doch 45% der Schweizer Haushaltungen sehen weder über Swisscom, noch via Cablecom fern. Sie sind an eines von 238 kleinen Kabelnetzen angeschlossen. Die erhielten bislang regelmässig Lob für ihre grosse Anzahl analoger Programme. Unlängst sogar vom Preisüberwacher, der sich die Mühe machte, den Monatspreis durch die Anzahl analog verbreiteter Sender zu teilen. Doch an Tagen wie heute, kommt auch die Schattenseite dieses Systems zum Vorschein: Viele dieser Netze haben noch keinen Anschluss an die Fernsehzukunft gefunden, nicht wenige können ihre Kosten nur deshalb tief halten, weil sie zu wenig Investitionen in den Netzausbau tätigen. Und dann fehlt ihnen auch das Knowhow und die Grösse, um selbst mit den Sendern über eine Aufschaltung zu verhandeln.

Das Ergebnis sehen die Kunden der kleinen Kabler tagtäglich auf dem Schirm: Dort gibts nämlich primär Sender, die über Satellit zum Nulltarif verfügbar sind. Und das sind gerade im HDTV-Bereich nicht besonders viele. Es ist darum an der Zeit, dass ein Umdenken stattfindet: Die kleinen Kabler müssen sich im digitalen Bereich zusammenschliessen. Nur so können sie für ihre Kunden attraktive Pakete bieten. Oder aber, sie geben sich einen Ruck und arbeiten mit Cablecom zusammen. Doch beides scheint derzeit weit weg: Die Cablecom gilt immer noch als Partner, mit dem sich niemand gerne rühmt. Und die Investitionen für eine gemeinsame Dachorganisation ist auch schwer durch die Gremien zu bringen. Denn es ist wie bei Tante Emma: Eier, Butter und Mehl alleine genügen schon lange nicht mehr.