Die grössten Schweizer TalenteAb dem 29. Januar 2011 sucht das Schweizer Fernsehen etwas, das es dringender brauch denn je: „Die grössten Schweizer Talente„. Die Show ist wie „Das Supertalent“ von RTL ein detailgetreuer Ableger von“Americas Got Talent“, das in den USA seit Anfang 2006 läuft und in über 30 Länder exportiert wurde. Die Talentsuche startet auch in der Schweiz mit den Castings: Christa Rigozzi, DJ Bobo und Roman Kilchsperger werden jeden Samstag den Part von Dieter Bohlen & Co. übernehmen. Denn der ist im Januar bereits eine Showreihe weiter und sucht für RTL dannzumal nicht mehr das Supertalent, sondern den Superstar. Ebenfalls mit den Castings, ebenfalls am Samstag zur besten Sendezeit.

Fassen wir also zusammen: SF1 lanciert eine neue Sendereihe, mit der man unter anderem auch jüngere Zuschauer zurück auf den sichtlich gealterten Sender bringen will. Und lässt sie zum Auftakt frontal gegen die absolute Nummer-1-Show der Schweizer Teens & Twens antreten. Ist es Ignoranz, bewusste Konfrontation oder schlichte Unwissenheit? Nein, die Antwort ist viel simpler: Es ist Struktur. Denn SF zeigt ab Januar neu die die ARD-Krimireihe „Tatort“. Und die muss vertraglich vereinbart am Sonntag ausgestrahlt werden. Andere Sendeplätze stehen auch nicht zur Verfügung und SF zwei will man wegen dem fehlenden Quoten-Grundrauschen mit keiner grossen Kiste belegen.

Das könnte Böse enden: Denn ausgerechnet für die neue Staffel hat RTL sein DSDS mit Swissness verstärkt. Einerseits dürfen erstmals auch Kandidaten aus der Schweiz teilnehmen – andererseits sitzt mit Patrick Nuo ein wirklich grosses Schweizer Talent in RTLs Superstar-Jury.