SupertalentNächsten Samstag läuft „Wetten, dass…?“ und das läuft bekanntlich endlos – auch bezüglich der Sendezeit. Aber nächsten Samstag geht auch die Suche nach dem „Supertalent“ weiter. Und weil RTL dem ZDF nichts und schon gar keine Quote schenken möchte, verlängert der Sender spontan die Sendezeit von „Supertalent“ um 30 Minuten. Damit ist RTL nicht allein: Was gut läuft, wird der derzeit gepanscht, gestreckt und verlängert. Heidi Klums „Topmodel“ war vor fünf Jahren die erste Sendung, die zu dieser Massnahme griff und die Sendezeit von 60 auf 120, später gar auf 150 Minuten verlängerte. Seither dieser Kniff gang und gäbe: Zuletzt wurde die Sendezeit von „X Faktor“ bei Vox um eine halbe Stunde ausgedehnt. Doch genau dort zeigte sich auch, dass diese Massnahme nicht immer zum Vorteil der Sender ist – die Quote fiel in sich zusammen. Es war dem Zuschauer wohl zuviel des Guten. Zudem war gerade bei „X Faktor“ deutlich spürbar, dass viele Szenen über das gesunde Mass einer guten Dramaturgie hinaus verlängert wurden.

Das mehr manchmal weniger ist, musste auch Kabel eins erleben. Der Sender fasste unter dem Namen „Unser Revier“ mehrere Doku-Soaps zusammen und sendete die filmischen Tagebücher über Zöllner, Polizisten und Hoteltester jeden Sonntag zur besten Zeit zwei Stunden lang. Die Sendung bewegte sich dramaturgisch im Schneckentempo: Bisweilen wurde mehrere Minuten lang gezeigt, wie eine Hotelinspektorin unter Betten nach Staub und auf der WC-Brille nach Bakterien sucht. Gelohnt hat sich das nicht: Die Reihe endete mit dramatisch schlechte Quoten. Manchmal ist der Zuschauer eben doch intelligenter, als die Macher denken.