3D-Demonstration von LGMurdoch hat gut hingeschaut und verstanden. Der Medienmogul, der seit einem Jahr auch Deutschland mit der Pay-TV-Welt von Sky bedient, sieht HDTV und 3D als Wachstumstreiber. Seit er beim ehemaligen Premiere das Sagen hat, sieht die Zukunft schöner aus: Sechs HDTV-Kanäle und ab Oktober sogar einen Sender in 3D kriegen die deutschen Sky-Kunden. Und Teleclub? Der Kanal, aus dem einst Sky-Vorgänger Premiere hervorausgelöst wurde, setzt weder auf HDTV noch auf 3D. Im Angebot befinden sich exakt Null HDTV-Sender. Der Grund dafür ist offensichtlich: Seit Swisscom bei Teleclub den Ton angibt, setzt der Pay-Kanal im Filmbereich auf Video-on-Demand. Und dort, bei SwisscomTV, gibts unter dem Label „Teleclub on Demand“ tatsächlich HDTV: Für 7 Franken 50 pro Film.

Doch macht diese Strategie wirklich Sinn? Auf den ersten Blick vielleicht. Denn HDTV – und auch 3D – benötigen viel Bandbreite. Und die müsste Teleclub im Kabel zuerst mühsam neu aushandeln. Zudem hat Teleclubs tonangebener Aktionär Swisscom ein grosses Interesse daran, sein eigenes Übertragungsprodukt attraktiver zu machen. Doch auf den zweiten Blick könnte diese Zurückhaltung zum Boomerang werden. Denn während immer mehr frei empfangbare Sender auf HDTV umrüsten, bleiben die Teleclub-Kanäle bei der alten Qualität. Zumindest unbewusst könnte sich damit bei vielen Kunden, der Gedanke einschleichen: Wieso soll ich für etwas bezahlen, dass schlechter aussieht als etwas, das es gratis gibt? Kommt hinzu: Gerade beim wichtigsten Pay-TV-Gut, dem Film, zählt die Verpackung ebenso stark wie der Inhalt. Es ist darum umso verwunderlicher, das ausgerechnet der Kinokanal bildmässig nur profanes Fernsehfeeling bietet.