WM-StudioExakt eine Million Schweizer Zuschauer sahen die historische Begegnung Schweiz-Spanien. „Nur“  ist man fast versucht zu sagen – erzielten doch vergleichbare Sportevents deutlich höhere Quoten. Doch vermutlich ist die Quote schlichtwegs falsch und zeigt, dass die Schweizer Erfassung der TV-Quoten inzwischen von der Realität längst überholt wurde. Hierzulande wird nämlich Public-Viewing, Handy-TV, Internetfernsehen und zeitversetztes Fernsehen nicht eingerechnet. Doch genau diese Empfangswege dürften beim Match Schweiz-Spanien, der exakt auf die Zeit zwischen Arbeitsende und Feierabend fiel, eine bedeutende Rolle gespielt haben.

Viele dürften diese Begegnung im Büro via Internet oder unterwegs auf dem Handy, iPhone oder in einem Lokal gesehen haben. Doch gezählt wurden nur diejenigen, die das Spiel im heimischen Wohnzimmer auf dem guten alten TV-Gerät geguckt haben. Eine Studie des ZDF über das Spiel der Deutschen National-Elf gegen Australien zeigte: Nur 16 Millionen schaute das Spiel zu Hause, 12 Millionen auswärts. Rechnet man diese Werte auf die historische Begegnung der Nati um, ergibt das 1 Million Zuschauer zu Hause und 720’000 unterwegs. Das ergibt eine Gesamtquote von 1,72 Millionen Zuschauern. Das käme der Realität vermutlich näher. Und es zeigt: Bei den Schweizer TV-Quoten besteht dringender Handlungsbedarf.