glasfaserDer Digitaliserungs-Cup geht in die nächste Runde und die Kabelbranche kämpft weiter gegen den Abstieg. Zwischen Januar und März 2010 entschieden sich 37’000 Kabelkunden für Digital-TV. Im gleichen Zeitraum legte SwisscomTV um 45’000 Kunden zu. Vergleicht man den Zeitraum zwischen März 2009 und März 2010 sieht das Ergebnis ähnlich aus: 102’000 neue Digitalkunden im Kabel, 136’000 neue SwisscomTV-Kunden. Kurz: Die Schweizer wollen offenbar nach wie vor lieber den Anbieter komplett wechseln, als im Kabel auf Digital-TV umzusteigen. Ein Desaster für die Kabelbranche.

Und es ist kein Cablecom-Problem. Denn der grösste Schweizer Anbieter konnte im Verhältnis zu den anderen Kabelnetzen nämlich stärker zulegen. Er befindet sich – rechnet man das Ergebnis auf die Anzahl potentieller Kunden zurück – etwa auf gleich starkem Wachstumskurs wie SwisscomTV. Es sind also primär die kleinen Kabler, die kaum vom Fleck kommen. Einst hochgelobt, weil sie den Kunden schon früh die freie Wahl der Empfangsbox überliessen, zeigt sich jetzt die Kehrseite der Medaille: Das fehlende Knowhow, um das Angebot attraktiv zu gestalten. Kleine Netze bieten oftmals nicht mehr, als ein reduziertes Angebot des Satellitenempfangs. Da gibts kaum exklusive Programme, selten Video on Demand und wenig attraktives Pay-TV. Kurz: In vielen Kabelnetzen fehlt die Zukunft.