SF1 - signet BundesplatzEs geht abwärts mit SF und zwar so schnell wie nie zuvor. Mit dieser Geschichte schreckte der „Sonntag“ auf: Das Schweizer Fernsehen hat innert weniger Monaten im Hauptabendprogramm jeden zehnten Zuschauer verloren. Leutschenbach reagiert sofort: Das sei auf ein neues Mess-System zurückzuführen. Und in der Tat: Anfang Jahr hat die für die Quotenmessung zuständige Stiftung Mediapulse die Testhaushaltungen neu verteilt. Gewisse Regionen, die vorher proportional zur Bevölkerung zuwenig Testhaushaltungen hatten, haben nun mehr Messgeräte. Ebenfalls mehr Gewicht erhält das digitale Fernsehen. Mit anderen Worten: Wenn die Quoten jemals als falsch waren, dann vorher.

Wurden also für SF über lange Zeit zuviel Zuschauer ausgewiesen? Man muss fast davon ausgehen. Bei TELE beschäftigen wir uns bereits seit 2004 mit diesem brisanten Thema. Und in der Tat gibt es bei der Quotenmessung viele Faktoren die schlicht unberücksichtigt werden. So waren lange Haushaltungen mit Digital-TV untervertreten. zeitversetztes Fernsehen und Videorecorder werden sogar gar nicht gemessen. Und auch Migranten werden nicht anteilmässig berücksichtigt. Um es überspitzt zu sagen: Die typische Test-Haushaltung sieht analog, immer Live und keine fremdsprachigen Sender. Ein Typus also, der stärker als alle anderen Schweizer Fernsehen schaut. Oder vielleicht müsste man sagen: Schaute. Denn nun scheint die Realität das Schweizer Fernsehen einzuholen.