glasfaserEnde 2005 war die Welt noch in Ordnung. 2’883’500 Anschlüsse verzeichnete die Schweizer Kabelfernsehbranche. Und SwisscomTV keine – das Angebot kam erst im Herbst 2006 auf den Markt. Ende 2009 zählte die Schweiz 2’879’100 Kabelfernsehanschlüsse und 230’000 SwisscomTV-Kunden. Wie ist das möglich? Warum haben die Kabelnetze nur 4000 Kunden verloren – während Swissscom fast eine Viertelmillion gewonnen hat? Die Schweizer Bevölkerung wuchs nämlich in dieser Zeit um 180’000 Personen, die sich auf gut 70’000 Haushaltungen verteilen. Daraus lässt sich schliessen, dass rund 160’000 Schweizer Haushaltungen Kabelfernsehen und SwisscomTV gleichzeitig nutzen. Doch tun sie das wirklich freiwillig? Kaum. Denn im Gegensatz zum Satellitenempfang ist keines der beiden eine Ergänzung für das andere. Der Grund dürfte andernorts liegen: In der Schweiz werden die Kabelgrundgebühren über die Nebenkosten der Miete abgerechnet. Vielen dürfte darum nicht bewusst oder bekannt sein, dass sich der Kabelanschluss auch kündigen lässt.

Das hat Folgen: Wenn 160’000 Schweizer Haushaltungen im Durchschnitt 250 Franken für einen Anschluss bezahlen, den sie nicht nutzen, entgehen ihnen dadurch finanzielle Mittel von fast 40 Millionen pro Jahr. Übrigens: Wer seinen Kabelanschluss kündigen will, kann das ganz einfach mittels eingeschrieben Brief an den Vermieter und den Kabelanbieter machen. In der Regel genügt eine Kündigungsfrist von einem Monat. Die Nebenkosten werden dann um den entsprechenden Betrag gesenkt und zwar je nach Ort und Kabelanbieter um 12 bis 28 Franken monatlich.