Bill der TV - aus der Billag-KampagneEin Jubel geht durch den Schweizer Pressewald heute morgen. Der Grund: Die Billag spart. Und zwar 10 Millionen pro Jahr, in dem sie die Rechnungen künftig nur noch jährlich statt vierteljährlich verschicken will. Doch im kollektiven Jubel um die dadurch in Aussicht gestellte Gebührensenkung hat leider niemand nachgerechnet – denn 10 Millionen, das sind 0,8% der Gebühren. Mit anderen Worten: Ein Privathaushalt spart dadurch jährlich 3 Franken und 70 Rappen. Und darf dafür dafür die gesamte Jahresgebühr von demnach neu 458.30  auf einen Schlag zahlen – statt wie heute alle drei Monate 115.50.

Die ganze Geschichte zeigt, wie stark unter Druck die Billag ist. Sie zeigt aber auch, dass die Billag nicht das Problem an der Sache ist, sondern nur der Überbringer der schlechten Nachricht. Denn für Ihre Dienste erhält die Billag 5 Prozent der Gebühren. Ein Grossteil muss sie für Porto und die Einzahlungsgebühren aufwenden. Und letztere sind happig: Gut 1 Franken verrechnet die Post für jeden Kunden, der die Billag-Rechnung am Schalter begleicht. Rechnen wir also nach: 19.70 Franken erhält die Billag heute pro Kunde und Jahr. Dafür verschickt sie vier Rechnungen pro Jahr, muss bis zu vier mal Einzahlungsgebühren begleichen, Betreibungen finanzieren, die Kontrolleure bezahlen und von Gesetzes wegen Eigenwerbung betreiben. Damit ist klar, wo Gebühren zu sparen wären. Bei den Postdienstleistungen und vor allem bei der SRG. Ein Vergleich: Mit dem jüngsten Vorschlag reduziert die Billag ihre Kosten um einen Viertel. Die Gebühren sinken damit um jährlich 3.70 Franken. Würde die SRG ihre Kosten um einen Viertel senken, würden die Gebühren um jährlich 105 Franken sinken.