Im kommenden Mai geht mit “Sixx” der erste, selbstdeklarierte Frauensender auf Sendung. Hinter dem Kanal steht das torkelnde Medienhaus ProSiebenSat1. Und es gäbe zwei gute Gründe, wieso die Sache schief gehen könnte. Erstens geht bei ProSiebenSat.1 derzeit fast alles schief und zweitens endete das letzte Experiment eines Frauensender – der Kanal “TM3″ – im nervtötenden Anrufkanal 9Live. Doch es gibt auch einen Grund, der für den neuen Kanal spricht. Es ist die Senderchefin Katja Hofem Best (Bild). Sie ist in Deutschland die derzeit wohl am meisten unterschätzte Medienmacherin. Dabei hat sie erstaunliches geleistet. Vor 11 Jahren wurde sie mit erst 28 Unterhaltungschefin von RTL2. Sie persönlich holte die erste Casting-Show “Popstars” und die erste Restaurant-Show ”Die Kochprofis” ins Programm und arbeitete auch mit an ebenso trendsetzenden Formaten wie “Big Brother”, “Frauentausch” oder “Vorsicht, Baustelle”. 2006 wechselte Hofem Best zu Discovery und startete DMAX. Und wider setzte sie nicht auf eingekochte Konzepte, sondern auf neue Ideen: Ein Männersender ohne Sex und Fussball wurde es, aber mit trotzdem überraschend guten Quoten. Nach dem gleichen Strickmuster dürfte Katja Hofem Best auch bei “Sixx” vorgehen. Ein Frauenkanal, der auf überstrapaziert typische Frauensendungen verzichtet und so auch für Männer interessant bleibt. Denn genau da unterscheiden sich nämlich die erfolgreichen von den nicht erfolgreichen geschlechtstypischen Spartensendern: Die rentablen Frauen- und Männersender dieser Welt punkten immer auch stark beim jeweils anderen Geschlecht. Und ganz generell gilt: Wirklich nachhaltigen Erfolg haben Sender erst, wenn sie neue, eigene Ideen lancieren können. Dafür ist Hofem Best sicher die Richtige. Und in der momentan so verängstigten deutschen TV-Szene leider auch die Einzige.
Sixx sells: Wieso der neue Frauensender ein Erfolg wird
Von rogerbaur on Freitag, Februar 12th 2010
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