Ein Jubel geht durch den Schweizer Pressewald heute morgen. Der Grund: Die Billag spart. Und zwar 10 Millionen pro Jahr, in dem sie die Rechnungen künftig nur noch jährlich statt vierteljährlich verschicken will. Doch im kollektiven Jubel um die dadurch in Aussicht gestellte Gebührensenkung hat leider niemand nachgerechnet – denn 10 Millionen, das sind 0,8% der Gebühren. Mit anderen Worten: Ein Privathaushalt spart dadurch jährlich 3 Franken und 70 Rappen. Und darf dafür dafür die gesamte Jahresgebühr von demnach neu 458.30 auf einen Schlag zahlen – statt wie heute alle drei Monate 115.50.
Die ganze Geschichte zeigt, wie stark unter Druck die Billag ist. Sie zeigt aber auch, dass die Billag nicht das Problem an der Sache ist, sondern nur der Überbringer der schlechten Nachricht. Denn für Ihre Dienste erhält die Billag 5 Prozent der Gebühren. Ein Grossteil muss sie für Porto und die Einzahlungsgebühren aufwenden. Und letztere sind happig: Gut 1 Franken verrechnet die Post für jeden Kunden, der die Billag-Rechnung am Schalter begleicht. Rechnen wir also nach: 19.70 Franken erhält die Billag heute pro Kunde und Jahr. Dafür verschickt sie vier Rechnungen pro Jahr, muss bis zu vier mal Einzahlungsgebühren begleichen, Betreibungen finanzieren, die Kontrolleure bezahlen und von Gesetzes wegen Eigenwerbung betreiben. Damit ist klar, wo Gebühren zu sparen wären. Bei den Postdienstleistungen und vor allem bei der SRG. Ein Vergleich: Mit dem jüngsten Vorschlag reduziert die Billag ihre Kosten um einen Viertel. Die Gebühren sinken damit um jährlich 3.70 Franken. Würde die SRG ihre Kosten um einen Viertel senken, würden die Gebühren um jährlich 105 Franken sinken.
Zuerst traf es Onkel Charlie - jetzt kommen die verzweifelten Hausfrauen dran: Pro 7 überblendet einmal mehr eine beliebte US-Serie für seine Schweizer Zuschauer. Nachdem bereits im letzten November die Sitcom
Wenns ums Digital-TV geht, vertrauten die Schweizer 2009 der Swisscom mehr als ihrem Kabelnetz. Diese überraschende Erkenntnis geht aus dem Jahresbericht der Swisscom hervor. Sie relativiert damit Schätzungen der Kabelbranche (
Im kommenden Mai geht mit “Sixx” der erste, selbstdeklarierte Frauensender auf Sendung. Hinter dem Kanal steht das torkelnde Medienhaus ProSiebenSat1. Und es gäbe zwei gute Gründe, wieso die Sache schief gehen könnte. Erstens geht bei ProSiebenSat.1 derzeit fast alles schief und zweitens endete das letzte Experiment eines Frauensender – der Kanal “TM3″ – im nervtötenden Anrufkanal 9Live. Doch es gibt auch einen Grund, der für den neuen Kanal spricht. Es ist die Senderchefin Katja Hofem Best (Bild). Sie ist in Deutschland die derzeit wohl am meisten unterschätzte Medienmacherin. Dabei hat sie erstaunliches geleistet. Vor 11 Jahren wurde sie mit erst 28 Unterhaltungschefin von RTL2. Sie persönlich holte die erste Casting-Show “Popstars” und die erste Restaurant-Show ”Die Kochprofis” ins Programm und arbeitete auch mit an ebenso trendsetzenden Formaten wie “Big Brother”, “Frauentausch” oder “Vorsicht, Baustelle”. 2006 wechselte Hofem Best zu Discovery und startete DMAX. Und wider setzte sie nicht auf eingekochte Konzepte, sondern auf neue Ideen: Ein Männersender ohne Sex und Fussball wurde es, aber mit trotzdem überraschend guten Quoten. Nach dem gleichen Strickmuster dürfte Katja Hofem Best auch bei “Sixx” vorgehen. Ein Frauenkanal, der auf überstrapaziert typische Frauensendungen verzichtet und so auch für Männer interessant bleibt. Denn genau da unterscheiden sich nämlich die erfolgreichen von den nicht erfolgreichen geschlechtstypischen Spartensendern: Die rentablen Frauen- und Männersender dieser Welt punkten immer auch stark beim jeweils anderen Geschlecht. Und ganz generell gilt: Wirklich nachhaltigen Erfolg haben Sender erst, wenn sie neue, eigene Ideen lancieren können. Dafür ist Hofem Best sicher die Richtige. Und in der momentan so verängstigten deutschen TV-Szene leider auch die Einzige.
Nur ist er also da, der Gesetzesentwurf, der buchstäblich Klarheit ins Kabel bringen soll: In Zukunft sollen Kabelkunden die Set-Top-Box frei wählen können. Dies allerdings nicht, wie ursprünglich von Initiantin Simonetta Sommaruga gefordert, indem die Sender unverschlüsselt übertragen werden. Viel mehr werden die Kabelnetzbetreiber verpflichtet, ihren Kunden ein Modul zum Empfang abzugeben. Doch genau in diesem Detail liegt der Teufel, wie Mattschiibe.ch
Mehr als vier von zehn Schweizer Haushaltungen schauen bereits digital. Das zeigen die neusten Zahlen des Kabelnetzverbandes Swisscable. Wie sich die Digitalisierung konkret aufteilt, zeigt die nebenstehende Grafik. Interessant: Das Kabelfernsehen hat einen erschreckend kleinen Anteil am digitalen Kuchen. Denn bei den Kablern ist erst jeder fünfte Haushalt digitalisiert, gesamthaft 600′000.