DMAXDie Grossen sind etwas kleiner geworden, dafür viele Kleine ein schönes Stück grösser: Die TV-Zahlen für das zweite Halbjahr 2009 zeigen, dass sich die Schweizer TV-Szene massiv verändert. Konkret: Ausser SF1, SFinfo und 3Plus haben alle grossen Sender Zuschauer verloren. Von SF zwei über RTL bis zum ZDF haben 17 der 20 grössten Sender zwischen 0,1 und 0,5% Marktanteil verloren. Für den einzelnen Sender fällt das meist nicht ins Gewicht. Doch zusammengezählt ist ihnen ein Marktanteil in der Grösse von ORF1 verloren gegangen. Doch an wen? Die Antwort ist ungewohnt: An unzählige kleine Programme. Die meisten davon sind ausschliesslich digital zu sehen. Grösster Gewinner ist DMAX. Der Sender für Männer verdreifachte innert 12 Monaten seine Zuschauerzahl in der Schweiz und wurde im letzten Halbjahr von fast jedem vierten Schweizer mindestens einmal eingeschaltet. Damit ist klar: Nachdem bereits über eine Million Schweizer Haushaltungen digital fernsehen, beginnen sie nun offenbar tatsächlich auch die neuen Programme zu nutzen. Denn Erfahrungen zeigen, dass es nach einer technischen Programmerweiterung lange geht, bis neu empfangbare Sender auch im Alltag genutzt werden.

Übrigens: Wer nun meint, die Schweizer stünden digital nur auf quietschende Reifen und bewegungarme Schrotthändler, der täuscht sich. Zu den grossen Gewinnern der Digitalisierung gehören mit einem Drittel mehr Zuschauer auch das neu national verbreitete TeleZüri und der Bildungskanal BR alpha. Und Letzterer ist sozusagen das telegene Gegenteil von DMAX.