Bei Schweiz 5 und dem Schweizer Sportfernsehen ist er schon regelmässig zu Gast – jetzt nimmt er seine eigenen Kanäle in Betrieb: Elmar Fürer und seine Alpenwelle bauen in diesen Tagen massiv aus. Bereits seit dem 24. Januar auf Sendung ist “Alpenwelle-TV”: 24 Stunden am Tag Schlager, Volksmusik und mit Melodien unterlegte Landschaftsbilder laufen derzeit exklusiv über die an Quickline angeschlossenen Haushaltungen. Im März werden dann auch bei der stylischen Swisscom die Holztische aufgestellt und Ärmel hochgekrempelt. Dann nämlich will Fürer seinen zweiten Sender starten: “Alpenland TV”. Das Programm gleicht dem von Alpenwelle-TV: Schlager, Volksmusik und die Kindersendung “Murmi”. Und damit nicht genug. Bereits für den Sommer denkt Elmar Fürer mit “TV Mittelland” den dritten Kanal an. Details zu Verbreitung und Inhalt will er aber noch nicht verraten.
Archives for Januar, 2010
Schlagertrupp bei Swisscom: Alpenwelle baut aus
HDTV bei ARD und ZDF: Cablecom und Swisscom schärfen Angebot
Pünktlich zum Start der olympischen Winterspiele am 12. Februar ist es soweit: ARD und ZDF starten den regulären HDTV-Betrieb. Nun haben sich Cablecom und Swisscom entschlossen, die HD-Kanäle von Deutschlands öffentlich-rechtlichen Hauptsendern aufzuschalten. Ebenfalls empfangbar sein werden die Kanäle in den meisten unabhängigen Netzen. So hat etwa der Verbund Quickline die Sender bereits in der Testphase aufgeschaltet.
Gleichzeitig mit ARD HD und ZDF HD wird der österreichische Doku- und Kulturkanal “ServusTV” aufgeschaltet. Und auch wenn sein Angebot nicht darauf schliessen lässt: Hinter dem Sender steht der Getränkehersteller Red Bull. SwisscomTV wird ServusTV in HDTV anbieten, Cablecom hingegen vorerst nur in regulärem Digital-TV.
Aufnahmekiller “CI+”: Teuflischer Plan der Cablecom?
Es geht um zwei Gerüchte – beide sind brisant und beide haben auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun. Und doch ist zumindest eines der beiden Ereignisse perfekt auf das andere abgestimmt. Mit möglicherweise einschneidenden Konsequenzen für alle Schweizer TV-Konsumenten.
Doch schön der Reihe nach. Gerücht Nummer 1 bezieht sich auf einen Gesetzesentwurf, den Bundesrat Moritz Leuenberger in den nächsten Wochen der Öffentlichkeit vorstellen und in die Vernehmlassung schicken wird. Es handelt sich um das Gesetz in Anlehnung an die “Motion Sommaruga”. In der verlangt die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga ein Verbot der so genannten Zwangsboxen. Dazu wollte Sommaruga ursprünglich die Kabler verpflichten, die digitalen Grundpakete unverschlüsselt zu übertragen. Daran soll sich auch das Gesetz orientieren. Allerdings soll es im Entwurf auch den Einsatz von sogenannten CI-Modulen erlauben. Die können die Kabler an ihre Kunden abgeben – der Konsument kann danach seine eigene Box oder sein TV-Gerät mit eingebauten Digital-TV-Empfänger dazu bringen die codierten Signale zu entschlüsseln.
Gerücht Nummer 2 bezieht sich auf die Cablecom. Die soll in den nächsten Wochen verkünden, dass sie ab sofort auch den Empfang ihre Digital-TV-Angebotes mit anderen Boxen und TV-Geräten erlaubt. Dazu gibt sie ihren Kunden so genannten CI+-Module ab. Mit denen können die Cablecom-Kunden ihre Empfänger zum Entschlüsseln der Cablecom-Signale aufrüsten.
Sollte sich Gerücht 1 und Gerücht 2 bestätigen wird etwas interessantes passieren. Journalisten und Politiker werden die beiden Meldungen lesen und jubeln, das Gesetz sei ja nun schon vor seiner Vernehmlassung erfüllt. Man wird der Cablecom auf die Schulter klopfen, die Menschen werden sich in die Arme fallen – und die Sonne wird wunderschön rot schimmernd im endlosen Meer der Glückseligkeit versinken. Ende gut, alles gut? Mitnichten.
Das Grauen beginnt spätestens beim Versuch, eine Sendung aufzuzeichnen. Der Grund dafür ist das “+” im Plan der Cablecom. Denn das von Cablecom eingesetzte System ”CI+” unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von dem Simonetta Sommarugas Plan: ”CI+” gibt im Gegensatz zum “alten” CI den Sendern und Kablern eine fast vollständige Kontrolle über das Aufzeichnen von Sendungen. So wird es möglich, das Überspulen von Werbeblöcken zu blockieren. Oder Sendungen nach einer bestimmten Frist aus dem Archiv des Zuschauers zu löschen. Oder ihm ganz zu verbieten, gewisse Programme mitzuschneiden. CI+ mag aus der Sicht der werbefinanzierten Sender Sinn machen – für den Zuschauer ist es der Abschied von der Selbstbestimmung. Trotzdem deutet alles darauf hin, dass CI+ mit aller Kraft durchgesetzt werden soll. Denn es geht um viel. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich der Zuschauer nicht eines Tages an die gute alte Zeit der Zwangsboxen zurücksehnen wird…
Alle lieben Spongebob: NICK ist der Star im TV
Ausgerechnet der Kleinste macht auf ganz gross. Der Kinderkanal Nick Schweiz hat einen beeindruckenden Start hingelegt, wie die Quoten-Nachlese für das zweite Halbjahr 2009 zeigt. Der Sender kommt über alle Altersklassen auf einen Marktanteil von 1% – doppelt soviel wie ein Jahr zuvor, als Viva Schweiz noch rund um die Uhr den Kanal belegte. Zum Vergleich: Das breiter gefächerte 3+ erreicht derzeit einen Marktanteil von 1,9%. Richtig deutlich wird die Leistung von Nick allerdings erst richtig, wenn man einen Blick auf die andere Seite der Rangliste wirft. Denn da finden sich StarTV und das Schweizer Sportfernsehen. Einst sendeten sie gemeinsam, jetzt suchen alleine nach Zuschauer.Und kommen dabei auf einen Marktanteil von 0,1%. Vor allem für StarTV ist diese Leistung blamabel – ist doch der Kanal schon seit Mitte der 90er auf Sendung. SSF jedoch verfügt erst seit 1. Juli über einen eigenen Kanal – auch wenn es mit der Frequenz von DSF eine etablierte Programmtaste auf der Fernbedienung belegt.
Schweizer geben Gas: Digital-TV legt massiv zu
Die Grossen sind etwas kleiner geworden, dafür viele Kleine ein schönes Stück grösser: Die TV-Zahlen für das zweite Halbjahr 2009 zeigen, dass sich die Schweizer TV-Szene massiv verändert. Konkret: Ausser SF1, SFinfo und 3Plus haben alle grossen Sender Zuschauer verloren. Von SF zwei über RTL bis zum ZDF haben 17 der 20 grössten Sender zwischen 0,1 und 0,5% Marktanteil verloren. Für den einzelnen Sender fällt das meist nicht ins Gewicht. Doch zusammengezählt ist ihnen ein Marktanteil in der Grösse von ORF1 verloren gegangen. Doch an wen? Die Antwort ist ungewohnt: An unzählige kleine Programme. Die meisten davon sind ausschliesslich digital zu sehen. Grösster Gewinner ist DMAX. Der Sender für Männer verdreifachte innert 12 Monaten seine Zuschauerzahl in der Schweiz und wurde im letzten Halbjahr von fast jedem vierten Schweizer mindestens einmal eingeschaltet. Damit ist klar: Nachdem bereits über eine Million Schweizer Haushaltungen digital fernsehen, beginnen sie nun offenbar tatsächlich auch die neuen Programme zu nutzen. Denn Erfahrungen zeigen, dass es nach einer technischen Programmerweiterung lange geht, bis neu empfangbare Sender auch im Alltag genutzt werden.
Übrigens: Wer nun meint, die Schweizer stünden digital nur auf quietschende Reifen und bewegungarme Schrotthändler, der täuscht sich. Zu den grossen Gewinnern der Digitalisierung gehören mit einem Drittel mehr Zuschauer auch das neu national verbreitete TeleZüri und der Bildungskanal BR alpha. Und Letzterer ist sozusagen das telegene Gegenteil von DMAX.
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