RTL HDSie sind derzeit die magischen Worte, das alles dominierende Thema in der Medienbranche. Und sie könnten uns dort teuer zu stehen kommen, wo wir es am wenigsten erwarten: „Paid Content“ – bezahlter Inhalt – ist in der Öffentlichkeit vor allem in Zusammenhang mit Zeitungen bekannt. Viele suchen nämlich nach einer Möglichkeit, für ihre im Moment noch kostenlosen Inhalte im Internet Geld zu verlangen. Doch noch andere verwenden diese magischen Wörter, jedoch bislang nur intern. Die Rede ist vom Privatfernsehen. Das sieht sich im Jahre 27 seines Daseins vor schwindenden Werbeeinnahmen und lauen Zukunftsaussichten. Kein Wunder also, sucht man nach neuen Geldquellen.

HD Plus

Eine davon nennt sich devot „Signalschutz“. Ist aber nichts anderes als ein verkapptes Kontroll- und Gebührensystem. Wie das aussieht, kann man derzeit bei „HD+“ beobachten: Über Satellit gibts da die deutschen Privatsender in HDTV allerdings nur gegen Gebühr und mit massiven Einschränkungen beim aufzeichnen. Oder anders ausgedrückt: Für 75 Franken pro Jahr darf sich der Zuschauer verbieten lassen, die Werbung zu überspulen. Als Gegenleistung gibts laue Inhalte in einem etwas schärferen Bild. Ein geniales Geschäftsmodell. Aus Sicht der Sender.

pro7hdEine weitere Strategie scheint derzeit ProSiebenSat.1 zu verfolgen. Und die ist bis jetzt optimal aufgegangen. Sie begann nämlich mit einer Blut-und-Schweiss-Rede von Vorstandschef Thomas Ebeling. Der rechnete seinen Angestellten vor, dass Nachrichten ein Minusgeschäft seien. Und darum die hauseigenen Nachrichten und insbesondere der hauseigene Nachrichtensender N24 „unter die Lupe“ genommen werden soll. Und zwar schnell. Das führte zu einem Aufschrei. Was vermutlich beabsichtigt war. Denn Ebeling weiss: Mit keinem anderen Thema sind Politiker schneller reizbar. Schliesslich gehts auch um deren TV-Präsenz. Das Ziel dürfte vermutlich sein, sich für die Nachrichten in irgendeiner Form vom Staat begünstigen zu lassen. Sei es mit genehmen Gesetzesänderungen – etwa bei den Werberichtlinien. Sei es mit einem Anteil an den Gebühren oder direkt mit Subventionen.

Nun, wir sind keine Astrologen. Wo wir aber mit den Prognosen der Sterndeuter einig sind: 2010 wird das Jahr der Veränderungen. Alles was danach kommt wird ziemlich sicher teurer.