Sunrise und Orange werden zu einer von Orange dominierten Firma. Damit entsteht in der Schweiz neben der Swisscom ein zweiter Telekom-Riese mit eigenem Handy-Netz und einem eigenen Festnetz. Über das, bislang von Sunrise betriebene Kabel, gibts bislang allerdings nur Internet und Telefon. Das dürfte sich bald ändern. Denn es ist kein Geheimnis: Der neue Sunrise-Orange-Riese will auch Fernsehen anbieten. Oder um genauer zu sein – er tut es bereits. Nämlich in den wenigen Schweizer Haushaltungen, die bereits an ein Glasfaser-Netz angeschlossen sind. Doch nun dürfte dieses TV-Angebot bald auch über das ganze ehemalige Sunrise-Netz angeboten werden. Der Erfolg von Swisscom-TV bringt Sunrise-Orange unter Zugzwang. Wer nämlich das TV-Angebot der Swisscom nutzt, ist auch beim Telefon und Internet exklusiv an die Swisscom gebunden. Damit ist schon jetzt klar: Beim Handy kommt zu einem Duell – beim Internet, Telefon und TV zu einem Dreikampf – zwischen Swisscom, Cablecom und neu Sunrise/Orange.
Archives for November, 2009
Fusion von Sunrise und Orange: Swisscom-TV bekommt Konkurrenz
Schweizer Hits: Beim Finale zappten die Jungen weg
Ein Jodlerchor und eine Jurorin – so lautet das Ergebnis, wenn die Schweiz ihren grössten Hit sucht: Nach dem Sieg von Francine Jordi und dem Jodlerclub Wiesenberg rieben sich viele die Augen. Wieso nur, fragte sich nicht nur 20 Minuten, gibt Volksmusik bei dieser Sendung den Ton an? Ein Blick auf die Zuschauerzahlen gibt die Antwort: Das Durchschnittsalter der Zuschauer lag mit 52 Jahren weit über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Mehr noch: Anruffreudige Teenies und Twens zwischen 15 und 24 waren bei dieser Sendung unterdurchschnittlich vertreten. Sie machten nur gerade 3,5% der 950′000 Zuschauer aus. Eine Sendung vorher lag ihr Anteil noch bei knapp 6%, bei der Auftaktsendung am 18. Oktober gar bei 6,6%. Dafür waren die über 65jährigen überdurchschnittlich gut vertreten – und zwar mit 30,6%. Bei der Auftaktsendung warens 26,2%. Ohnehin hatten jüngere Zuschauer nie einen leichten Stand: Im Durchschnitt waren bei allen Sendungen über die Hälfte der Zuschauer über 55 Jahre alt.
Swisscom drin und drauf: Neuer Name für BluewinTV

Aus Bluewin-TV wird Swisscom-TV: Das Fernsehangebot ändert pünktlich zu seinem dritten Geburtstag den Namen. Das kommt nicht ganz überraschend – aber reichlich spät. Hat doch der Name “Bluewin” immer wieder zu Verwirrung bei den Kunden geführt. Das TV-Angebot wurde mit Internet-TV in Verbindung gebracht und hatte damit vor allem am Anfang den Beigeschmack von “Fernsehen via Computer”. Dass dem nicht so ist, davon können sich nun tagtäglich 200′000 Kunden überzeugen. Denn soviele hat das Angebot bis jetzt, wie die Swisscom mitteilt. Damit es die optimistischsten Erwartungen übertroffen und die Schweiz zu einem der führenden Länder in Sachen IPTV gemacht.
RTL-HDTV kommt in die Schweiz: Ist das Vorspulen jetzt verboten?

Bereits seit 1. November senden RTL und Vox ihre Programme in HDTV. Allerdings bislang nur in Deutschland. Das soll sich jetzt ändern, wie die NZZ in ihrer heutigen Ausgabe schreibt: Schon in den nächsten Monaten wollen Cablecom und BluewinTV die scharfen Signale der Privatsender aufschalten, ebenso Pro Sieben, Sat.1 und Kabel 1, die ab 1. Januar in HDTV senden. Soweit, so gut. Nur bleibt eine entscheidende Frage offen: Wie weit wird das überspulen von Werbung in der Schweiz blockiert? In Deutschland unterdrücken die HDTV-Varianten der grossen Privatsender nämlich das Vorspulen von Werbung. Eine neue Technik namens HD+ macht das möglich.
In der Schweiz sieht die Situation etwas anders aus: Bei BluewinTV könnte aufgrund der Technologie jederzeit eine Aufnahme- oder Vorspulsperre eingebaut werden. Bei Cablecom hingegen müssten die eingesetzten Boxen aufgerüstet werden. Die Vermutung liegt darum nahe, dass Cablecom die Aufschaltung von RTL & Co. in HDTV nutzt, um einen neuen Standart einzuführen: CI+. Damit wäre, wie bereits berichtet, Cablecom Digital-TV auch auf anderen Boxen nutzbar. Dafür aber bekäme der Sender volle Kontrolle über das aufnehmen und zeitversetzte Wiedergeben von Sendungen. Wie man es auch dreht und wendet: Wer RTL & Co. in HDTV will, muss gleichzeitig die Seele seines Aufnahmegerätes verpfänden. Schöne Aussichten.
Statt Billag-Gebühr: SF als Pay-TV?

Ein Vorschlag des Bundesamtes für Kommunikation sorgt derzeit für heisse Köpfe: TV-Gebühren zahlen soll künftig jeder. Denn in einer Zeit, wo die TV-Programme der SRG auch über Computer, Laptop und Handy gesehen werden können, lässt es sich fast nicht mehr kontrollieren, ob jemand tatsächlich fernsieht oder nicht. Doch statt aus der Billlag-Gebühr eine Kopfsteuer zu machen, gäbe es auch noch einen anderen Weg – die Verschlüsselung. Denn Tatsache ist: Ob über digitales Kabelfernsehen, via Satellit, Handy oder BluewinTV, schon heute sind die SRG-Programme fast überall codiert. Die Abschaltung des analogen Fernsehens wäre darum der ideale Zeitpunkt, um aus diesem Übel eine Tugend zu machen. Wenn schon codieren, dann auch zu einem guten Zweck. Will heissen: Schauen darf nur, wer zahlt. Aber vor allem: Wer nicht schauen will, der soll auch nicht zahlen. Für die SRG wäre das eine Herausforderung. Sie müsste dann nämlich um den Gebührenzahler werben. Statt ihn wie heute zu jagen.
Die Schweiz schaltet um: BluewinTV fliegt, Cablecom kriecht

Einmal mehr darf die Swisscom bei den Quartalszahlen jubeln. Es ist der Fernsehbereich, der alle Prognosen übertrifft: Nach wie vor verzeichnet BluewinTV 95% Jahreswachstum und hat nun 186′000 Kunden. Im Sommer haben 21′000 Haushaltungen ihren Fernsehanschluss zur Swisscom verlegt. Die Cablecom verzeichnet für die gleiche Periode nur gerade 5500 neue Digital-TV-Kunden. Eine beachtliche Leistung einerseits, ein alarmierendes Signal andererseits. Denn bei Cablecom ist der Bezug von Digital-TV schneller und einfacher möglich als ein Wechsel zu BluewinTV, der nicht selten mit Installationsarbeiten verbunden ist. Dass sich trotzdem mehr Schweizer für diesen Weg entscheiden zeigt, wie gravierend das Imageproblem der Cablecom ist. Andererseits scheint sich damit die von BluewinTV genutzt IPTV-Technik in der Schweiz als in einem der ersten Länder der Welt flächendeckend durchzusetzen.
Neues Interaktiv-TV kommt: Sieht ihr Fernseher bald so aus?

Im Januar kommt interaktive Bewegung in den Schweizer Fernsehmarkt. Der Digital-TV-Anbieter Quickline startet sein jüngste Kind: “Verte “. Das Angebot: Digital-TV, Filme auf Abruf, Shopping, News, Internet – und das alles auf dem heimischen Fernseher, lediglich eine neue Set-Top-Box (Monatspreis: 25 Franken) ist zum Empfang notwendig. Denn “Verte” nutzt für seine Dienste eine ähnliche Technologie wie BluewinTV und die unterscheidet sich von der Übertragungsweise des herkömmlichen Digitalfernsehens übers Kabelfernsehen deutlich. Dafür ermöglicht sie Angebote wie “Freeze 24″, das “Verte” anbieten will: das Programm von 20 frei wählbaren Sendern kann 24 Stunden lang zeitversetzt angeschaut werden. Klingt theoretisch gut, dürfte praktisch aber schwer umzusetzen sein. Denn einerseits sträuben sich die Sender massiv gegen zeitversetzte Angebote, da diese in der klassischen Einschaltquote noch nicht eingerechnet werden. Und andererseits gibt es vor allem bei eingekauften Serien und Filmen rechtliche Probleme. Nichtsdestotrotz eröffnet “Verte” ein neues TV-Zeitalter. Eines, das auch dringend nötig ist. Denn laut der Kommtech-Studie verzichten bereits heute fünf Prozent der Schweizer Zuschauer auf einen Fernseher – weil ihnen die klassische zeitabhängige Nutzung zu unbequem ist. Sie nutzen zum TV-Konsum dann meistens einen Laptop.
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