zdf neoGute Filme, interessante Serien, spannende Doku-Soaps: Ab dem 1. November lehrt das ZDF mit seinem neuen Digitalkanal ZDF Neo den Privaten mit einem überraschend attraktiven Programm das Fürchten. Doch nicht nur die geplanten Inhalte sind anders als vom ZDF gewohnt – auch die Sendezeiten. Denn das Hauptabendprogramm beginnt nicht um 20.15, sondern erst um 21 Uhr. Damit bricht ausgerechnet das ZDF mit einer der eisernsten Regeln der TV-Geschäfts. Denn seit den ersten Sendetagen starten die deutschsprachigen Sender ihr Hauptprogramm um 20.15 – das Schweizer Fernsehern bis 1979 um 20.20, seit 1980 um 20.00 beziehungweise 20.05 Uhr. Auch flexiblere Arbeitszeiten und ein späterer Ladenschluss haben daran bis heute nichts geändert.

Ein Blick auf die Fernsehnutzung zeigt denn auch: In der Schweiz erreicht das Fernsehen kurz nach neun seinen Höhepunkt – um danach sanft wegzuschlafen. So schauen bereits um 22 Uhr wieder gleich viel zu wie um 20 Uhr. Und bereits um 23 Uhr ist der Stand wieder gleich tief wie um 18.30 Uhr. Und noch ein Trend: Je jünger, desto später. Das ZDF dürfte also mit seiner Strategie gar nicht so falsch liegen. Es fragt sich sicher nicht, ob um 21 Uhr jemand einschalten will. Interessanter sein wird die Frage, ob jemand umschalten wird.