Bluewin TVEine auf den ersten Blick unbedeutende Meldung fand sich am Samstag in der Schweizer „Finanz und Wirtschaft„. Die USA, so steht dort, habe ein kräftiges Wachstum in der Nutzung von IPTV (Fernsehen das nach Standard des Internetprotokoll über Telefonleitung oder Glasfaser übertragen wird). Es solle von derzeit 5% aller Haushaltungen bis 2013 auf 13% anwachsen, prognostizieren schlaue Analysten. Klingt nach viel, klingt nach Zukunft. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Nicht in den USA, sondern in der Schweiz steppt der IP-Bär. Das kleine Land im Herzen Europas hat das Riesenreich in Sachen IPTV nämlich längst überholt.

Ende Juni nutzten in der Schweiz bereits 6% aller Haushaltungen ein populäres IPTV-Produkt: BluewinTV der Swisscom. Und es werden täglich mehr – zwischen Juni 2008 und Juni 2009 betrug das Wachstum satte 106 Prozent. Geht es so weiter, nutzen in der Schweiz bereits in einem Jahr 13% aller Haushaltungen Bluewin-TV. Damit ist IPTV dann definitiv kein schwammiges Zukunftsprodukt irgendwo in einem fernen Land, sondern für viele Schweizer Haushaltungen eine echte Alternative zum Kabelanschluss. Oder anders gesagt: Die Schweiz war in den 50ern eines der ersten Länder der Welt, das Kabelnetze baute. Und vielleicht ist es eines der ersten, dass sich davon wieder verabschiedet.