Das Vierte„Be Happy“ sagt „Das Vierte“ seit letztem Sonntag über sein Programm. Doch seit am Sonntag die ersten Quoten eintrafen, wissen wir: Der Spruch triffts nicht ganz. „Be depressive“ hätte wohl besser gepasst. Denn der Relaunch war ein veritabler Flop, die Zuschauerzahlen tendieren gegen Null. Dabei hatte der neue Besitzer Dimitri Lesnewski so viel vor. Als er den Kanal vor einem Jahr übernahm, wollte er ihn zu einem Vollprogramm ausbauen, plante Shows, schickte Serien in Auftrag und dachte sogar über spektakuläre Realityshows nach. Geblieben von den Ideen des russischen Medienmachers ist gerade mal eine tägliche Reisesendung und ein tägliches Modemagazin. Und auch sonst scheint sich die frisch eingesetzte Senderchefin Elena Fedorova sehr stark an derzeit in Russland erfolgreichen Konzepten bedient zu haben. Neben Mode und Reisen bestreiten Geisterjäger und Teenieserien das Programm – alles Themengebiete, die aber hierzulande schon in den 90ern die Raster der Privatsender füllten und heute kaum noch jemand freiwillig zum Wechseln des Programms animieren können. Oder anders gesagt: „Das Vierte“ hätte alle Zutaten zu einem wahren Erfolgsrezept. Für 1995.