gawAm 9. September passiert in Solothurn etwas, das eigentlich gar nicht passieren dürfte: Die „Gemeinschaftsantenne Weissenstein“, der lokale Kabelanbieter, hebt im digitalen Fernsehen die Verschlüsselung auf. Auf einen Schlag werden Besitzer von Fernsehern mit eingebautem digitalen Kabelempfänger das digitale Grundangebot empfangen können. Und ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, mit jeder beliebigen Set-Top-Box das digitale Angebot zu nutzen. Damit setzt Solothurn in die Tat um, was die Politik ohnehin bald für alle Netze verfügen will – und was laut jahrelanger Beteuerung der Kabelbranche eigentlich zu massiven technischen Problemen führen sollte, da angeblich „internationale Standards“ fehlen.

Das ist natürlich Quatsch. Das digitale Fernsehen an sich ist seit über einem Jahrzehnt standardisiert. Einzig für die Nutzung spezieller Dienste, wie etwa Filme auf Abruf, gibt es keine und wird es wohl auch nie internationale Standards geben. Und so geniessen die Solothurner ab dem 9.9. primär die Vorteile: ein einfacherer Empfang und weniger Störungen – da jede Codierung die Störungsanfälligkeit des Signals erhöht. Schwierigkeiten wird es höchstens bei Neukunden geben, die ein Pay-TV freischalten lassen möchten. Sie müssen unter Umständen zuerst ein Zusatzmodul, ein sogenanntes CI-Modul und eine Smartcard für ihre Box oder ihren Fernseher kaufen. Bislang mussten das alle Kunden, auch die, die nur das im Grundpreis inbegriffene Angebot nutzen wollten.