HD Suisse - der HDTV-Kanal der SRG (Bild: PD)Die SRG gibt Vollgas für Superscharf: Ab 2012 will sie ihre TV-Sender, also auch SF1 und SF zwei, vollständig in HDTV ausstrahlen. Damit überholt sie die in Sachen HDTV zaudernden und zögernden deutschen Sender links – und beschert der Schweiz einen technologischen Quantensprung. Bereits heute ist jedes zweite in der Schweiz eingesetzte TV-Gerät HDTV-tauglich, bis zum HDTV-Vollstart 2012 dürften es gar drei von vier sein. Doch es gibt ein ganz grosses Problem: HDTV braucht Bandbreite. Und die wird in den Kabelnetzen immer noch durch eine sterbende und längst überholte Technologie besetzt: Dem analogen Fernsehen. Schlecht informierte Politiker haben dafür gesorgt, dass Analog-TV als Heilsbringer gegen angeblich teures Digitalfernsehen am Leben erhalten wird. Oder besser gesagt: Werden muss.

Eine fatale und teure Entwicklung. Denn notwendig ist die seit sechzig Jahren eingesetzte Technologie längst nicht mehr. Das zeigt schon die Geschichte beim Antennenfernsehen. Dort setzte die SRG durch, dass innert weniger Monaten die analoge Technik vollständig durch das digitale Signal abgelöst wurde. Das wäre auch im Kabel möglich. Denn viele Fernseher sind inzwischen in der Lage, Digital-TV ohne Set-Top-Box zu empfangen. Und auch für alle anderen wäre bei einer Massenumstellung die Investition kaum teurer als 50 Franken pro Gerät. Doch weil man mit dieser Forderung weder Sympathien noch Wahlen gewinnt, dürfte auch 2012 das rauschende Analogsignal noch auf Sendung sein. Die Folge: die SRG-Sender werden zwar Platz haben im Kabel, aber kaum weitere HDTV-Kanäle. Darin zeigt sich die Absurdität der derzeitigen Lage – die Schweizer haben wie kaum ein anderen Land ihre Wohnzimmer gefüllt mit neuen Flachbildfernsehern. Doch nun verhindern sie selbst, die Vorteile der neuen Geräte auch nutzen zu können.