Ueli HaldimannEinen brisanten Entscheid fällte heute der SRG-Verwaltungsrat: Ueli Haldimann soll die Nachfolge von Ingrid Deltenre als Chef des Schweizer Fernsehens übernehmen. Und zwar als Übergangsdirektor bis – vermutlich in etwa einem Jahr – der neue gemeinsame Direktor von Radio DRS und SF gekührt wird. Jetzt muss der Regionalrat der SRG am 18. Juni entscheiden, ob Haldimann wirklich auf den Chefsessel nachrücken darf. Denn der heutige Chefredaktor von SF ist eine umstrittene Figur. Intern gilt er zwar als fähiger, aber ideenloser News-Chef. Tatsächlich hat er in den letzten Jahren die Nachrichten von SF zwar sanft modernisiert – jedoch stets mit angezogener Handbremse. So sendet etwa das einstige Flaggschiff „10 vor 10“ ohne grosses Konzept in eine ungewisse Zukunft. Eine Zukunft, in der sich vor allem jüngere Zuschauer zunehmend von den SF-Newssendungen abwenden. Die Folge: Die Nachrichten der Regionalsender, aber auch „RTL aktuell“ erreichen in der Schweiz beachtliche Einschaltquoten.

Eine andere offene Frage bleibt, ob und wie Ueli Haldimann den Unterhaltungsbereich des Schweizer Fernsehens weiterentwickeln will. Zu befürchten ist, dass er während seiner Amtszeit bis 2011 diesen Bereich ohne grosse Änderung weiterführen würde. Dies obwohl mit „Al Dente“, „Benissimo“ und der Nachfolgeserie von „Tag und Nacht“ genug Baustellen vorhanden sind. Wirds ein Nachfolger oder gibts ein Verwalter? Diese Frage scheint mit Haldimann zumindest geklärt: SF wird vorerst weiterverwaltet. Bis vielleicht irgendwann ein Nachfolger kommt.