Vier Teenager-Paare bekommen ein Baby und spielen damit „Erwachsen auf Probe“. Diese neue Show startet morgen Mittwoch um 20.15 Uhr auf RTL. Darin ziehen die frisch ausgestatteten Teenie-Eltern in ein schickes Vorstadt-Häuschen, wo sie von Kameras überwacht ihren Traum vom Kind unter Beweis stellen müssen. Ständig vor dem Monitor: Eine Psychologin und die leiblichen Eltern des geliehenen Babys. Eine solche Idee liefert Zündstoff. Und die Zeit ist dafür ist ideal, schliesslich befindet sich Deutschland in einem ideenlosen Wahlkampf. Da will keiner zurückstehen. Die Folge: Zahlreiche Politiker wollen die Sendung verbieten, zwei Organisationen haben sogar Anzeige gegen RTL erhoben.

erwachsen auf probe

Kurz: Die Kommunikationsstrategie von RTL geht wieder einmal perfekt auf. Bereits die „Super-Nanny“ startete vor knapp fünf Jahren mit ähnlich grosser moralischer Begleitmusik – und phänomenalen Quoten. Und diesmal sind gute Zuschauerzahlen zum Auftakt besonders entscheidend. Denn wie bei anderen ähnlich gelagerten Formaten telegener Jugendhilfe zeigt es sich: nur wer die erste Sendung verfolgt, bleibt auch in den weiteren Folgen dran. Schliesslich werden bei der ersten Sendung die Kandidaten eingeführt, was ein späterer Einstieg schwierig macht. Und so hat RTL alles bestens geplant: „Erwachsen auf Probe“, dass bereits auch schon in England und Holland lief, wurde nämlich bereits im letzten Herbst unter strengster Geheimhaltung abgedreht und erst sechs Wochen vor dem Start der Öffentlichkeit vorgestellt. Timing ist eben die halbe Quote, Politiker besorgen nötigenfalls den Rest.