Selbst magische Kräfte helfen nichts: „Harry Potter“ erreichte am 23. Mai mit „der Kammer des Schreckens“ nur 76’000 Zuschauer. Sandra Bullock, sonst in der Schweiz ein Garant für gute Quoten, wollten einen Tag später nur 99’000 in „ein Chef zum verlieben“ sehen. Es ist offensichtlich: SF zwei hat ein Problem. Am stärksten zeigt sich das am Super-Serienmontag: Hier läuft „Privat Practice“ am besten – und erreicht trotzdem nicht mal 100’000 Zuschauer. Die anderen Serien „Brother & Sisters“ (lief schon im letzten Jahr auf Pro 7), „Pushing Daisies“ (lief ebenfalls bereits auf Pro 7), Fringe (auch auf Vox zu sehen) erreichen teilweise nur 25’000 Menschen.

sfzwei

Ohne Dr. House und Desperate Housewives tut sich SF zwei offenbar schwer Zuschauer zu binden. Nur gerade Sportereignisse frisieren die magere Bilanz. Und das wirft eine brisante Frage auf: Brauchen wir überhaupt einen Sender, der uns das exakt gleiche zeigt, das auch schon auf anderen Sendern zu sehen ist oder zu sehen war? In der Vergangenheit war diese Frage überflüssig. SF zwei war ein Luxus, den man sich gönnte. Doch jetzt muss die SRG sparen und dabei dürfte schnell mal auch SF zwei in Frage gestellt werden. Was also tun? Einen möglichen Ausweg findet sich in den SRG-Geschichtsbüchern: 1993 startete die SRG mit „S plus“ das Vorgängerprogramm von SF zwei. Zur gleichen Zeit hielt mit „Tell-TV“ erstmals eine privates Vollprogramm eine Sendebewilligung in den Händen. Wie später bekannt wurde, gab es hinter den Kulissen Überlegungen, die beiden Sender zusammenzuschliessen: Die SRG hätte sich mit 10 bis 40% an einem privaten Programm beteiligt und einige Sendungen dorthin ausgelagert. Der Rest hätte alleine durch Werbung finanziert werden müssen. Vielleicht liegt in diesem Plan aus der Vergangenheit der Schlüssel für die Zukunft. Denn eigentlich macht es keinen Sinn, das sich mit SF zwei und 3+ zwei Schweizer Sender um Serien und Filme balgen. Also macht man gemeinsame Sache und jeder liefert an den gemeinsamen Kanal das, das er am besten kann: SF den Sport, und 3+ kauft mit viel Verhandlungsgeschick die Programme ein.