Nach zwei Jahren “Klarsicht” ist hier Schluss. Zwei Jahre – eigentlich eine kurze Zeit – in der sich doch in der Schweizer TV-Szene ungewöhnlich viel verändert hat.
Etwa 3+, das sich unterdessen tatsächlich als ernstzunehmendes Schweizer Privatfernsehen etabliert hat. Das aber schon bald arg in Bedrängnis kommen könnte, da Ringier ebenfalls mit einem Unterhaltungskanal liebäugelt. Zumal das Schweizer Fernsehen gerade bei den jungen Zuschauern massiv verliert – was Werber in Scharen dazu treibt, ihr Geld durch die Schweizer Werbefenster in Richtung Deutschland hinaus zu werfen.
Oder die Digitalisierung, die schneller vorangeschritten ist, als selbst Optimisten zu hoffen wagten. Inzwischen sieht über die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer digital fern. Das Wachstum ist allerdings primär dem Satellitenempfang und SwisscomTV zuzuschreiben, die beide ebenfalls weitaus stärker zulegen als von Experten prohphezeit. Die Frage ist nur: Wie lange noch? Denn es gibt erste Anzeichen für eine Trendumkehr.
Und diese Anzeichen kommen von Kundenseite. Noch vor zwei Jahren dominierten die Beschwerden von Cablecom-Kunden. Das hat sich geändert: Die Cablecom hat ihren Kundendienst, ihr Programmangebot und der technische Zugang zum digitalen Fernsehen massiv verbessert: Mehr Sender, mehr HDTV, kostenloses on Demand der SF-Sendungen, bessere Empfangsboxen, die Möglichkeit gar ohne Empfangsbox digtal zu sehen. Ganz im Gegensatz dazu die Swisscom. Immer mehr Kunden beschweren sich über Verschlechterungen beim Kundendienst, über technische Probleme beim Empfang oder ein – vorallem im Pay-Bereich – einseitig auf Teleclub fokussiertes Angebot. Ob sich da die Geschichte wiederholt – nur mit umverteilten Rollen?
Eine andere Geschichte wiederholt sich nicht, sie wird neu geschrieben. Zum Nachteil der Kunden. Denn ebenfalls in den letzten zwei Jahren haben die Sender fast unbemerkt von der breiten Bevölkerung einen Quasi-Standard eingeführt, der das Aufzeichnen von Sendungen erschwert. Noch leiden erst early Adapters unter den Folgen dieses “CI+” genannten Entschlüsselungsinterfaces. Und genau das macht die Sache so gefährlich: Bis es die breite Bevölkerung bemerkt, wird es für eine Umkehr wohl zu spät sein. Das freie Aufzeichnen und Mitschneiden von Sendungen, das Überspulen von Werbung, kostenloses Archivieren – all das wird vermutlich schon bald ein Relikt aus der VHS-Vergangenheit sein.
Es scheint also alles danach auszusehen, dass die kommenden Jahre vieles in Frage stellen werden, dass bislang als unerschütterlich galt. Denn die Fernsehszene tut auch hinter den Kulissen das, was sie am besten kann: Für Spannung sorgen. Mattschiibe.ch bleibt weiterhin die erste Adresse für Fernsehnews – für technische Infos empfehle ich euch den Blog von Digichris und das Forum digi-tv.
Es lässt sich nicht mehr schön reden. Die Zahlen fürs Jahr 2010 sprechen eine zu deutliche Sprache: Die Schweizer kehren ihrem Fernsehen reihenweise den Rücken. Bei den Jungen droht sogar eine Europapremiere: Erstmals könnte sich ein ausländischer Sender als Nummer 1 etablieren.
Sechs Monate wurde gehämmert, gezimmert und gepinselt, nun ist das neuste Orange-Produkt da und sieht gar nicht mal so schlecht aus: Orange Cinehome bringt Filme und Fernsehen auf Abruf. Soweit, so nicht neu. Und doch unterscheidet sich die Box von AppleTV & Co.
Zahlreiche Schweizer MTV-Fans sind verunsichert: Kostet den nun der Kanal ab dem 1. Januar tatsächlich? Schliesslich übernahmen
Cablecom will
Es sind turbulente Tage für die Swisscom: Nach dem Zusammenbruch des mobilen Internets und einer grossen Störung beim Hosting kämpft Swisscom nun offenbar auch mit Schwierigkeiten bei SwisscomTV.
Jetzt ist es passiert. Das, wovon die Verantwortlichen im Vorfeld gezittert haben: Die neue Kilchsperger-Show “
Es hat schon eine gewisse historische Bedeutung, das was dieser Tage geschieht. Denn zum ersten Mal in der Fernsehgeschichte des deutschsprachigen Raumes muss für den Empfang eines werbefinanzierten Privatsenders bezahlt werden. Konkret läuft nun bei den ältesten Kunden des TV-Paketes
Er war jung und er brauchte den Kanal. Heute kommt das 3plus-Besitzer Dominik Kaiser teuer zu stehen. Vor dem Sendestart seines Senders benötigte er nämlich dringend eine Frequenz. Nur so war der Bundesrat bereit, eine Konzession zu erteilen. Die Rettung kam von der Cablecom und sie offerierte einen interessanten Deal: Den Sendeplatz von ORF2 und im Gegenzug die exklusiven Vebreitungsrechte von 3+ für einen Zeitraum von laut Insidern 7 Jahren. Damals war das ein gutes Geschäft, schliesslich hatte das Kabelfernsehen ein Quasi-Monopol und SwisscomTV war erst ein Projekt, dessen gelingen noch in den Sternen stand. Heute sieht das anders aus: 350’000 Haushaltungen haben sich unterdessen vom Kabel abgenabelt und an SwisscomTV angeschlossen. Sie alle können 3+ nicht mehr empfangen. Kommt hinzu: 3+ hat sich inzwischen etabliert, 